Versunkene Brutinseln aus dem Wasser geholt PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Philipp Tröndle   

Dieser Bericht ist den BNN vom 24.10.2011 entnommen. Autor ist Herr Ekart Kinkel.

Immer wieder lässt Jakobus von Geymüller seinen Blick über den Erlachsee schweifen. Was dort draußen passiert, scheint dem ehrenamtlichen Mitarbeiter des Technischen Hilfswerk (THW) nicht zu gefallen. Auf der Oberfläche des Wasserbiotops im Oberwald befinden sich zwei schwimmende Arbeitsplattformen mit weiteren THW-Leuten. Immer wieder erscheint der Kopf eines Tauchers an der Oberfläche, dann gibt es ein kurzes Gespräch – und der durch einen dicken Neoprenanzug geschützte Taucher verschwindet wieder in der Tiefe. Wer an einem Oktoberwochenende ins acht Grad kalte Wasser steigt, tut dies nicht zum Vergnügen. Auch die Einsatztaucher der THW-Ortsverbände aus Achern und Emmendingen hätten den sonnigen Samstag wahrscheinlich lieber an einem angenehmeren Ort verbracht. Doch insgesamt 35 freiwillige Einsatzkräfte des THW stand am Wochenende die Bergung versunkener Pontons auf dem Programm. „Wir  hängen ziemlich hinter dem Zeitplan zurück“, meint Einsatzplaner von Geymüller am Samstag um die Mittagszeit. Eigentlich sollten da bereits die ersten havarierten Pontons mit einem 100-Tonnen-Mobilkran an Land gehievt worden sein.  Doch bei der Bergung kam es früh zu Problemen. Der Grund: Die Reichweite des Krans beträgt zwar stolze 52 Meter, die Pontons befanden sich auf dem Grund des Erlachsees aber über 100 Meter vom Ufer entfernt.

Deshalb mussten die 2,5 bis drei Tonnen schweren Pontons mittels schwimmenden Plattformen vom Grund angehoben und ein Stück weit Richtung Ufer verfrachtet werden.  „Die Ösen am Ponton sind leider nicht stabil genug, um sie anzuheben“, so von Geymüller. Deshalb wurde am Samstag nach einer Alternative gesucht, um die Plattformen bis zum späten Abend aus dem Erlachsee zu bergen. Am Ende gab es jedoch überwiegend strahlende Gesichter. Gegen 4 Uhr in der Nacht war der Einsatz beendet.

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Schwere Arbeit leisteten die Männer vom Technischen Hilfswerk am Wochenende im Oberwald. Auf dem Erlachsee holten sie die versunkenen Pontons aus der Tiefe. (Foto: jodo)

Er hatte bereits in der Nacht von Freitag auf Samstag für die THWler der Ortsverbände Karlsruhe, Pforzheim, Stuttgart, Bühl, Breisach, Achern, Sinsheim und Emmendingen begonnen. Pünktlich mit der Morgendämmerung am Samstag schwammen die Plattformen für den Einsatz auf dem Erlachsee. Mit etwa 25 000 Euro schlägt die Aktion zu Buche. Es sei vor allem aus Gründen des Umweltschutzes eine sinnvolle Investition, betont Reinhold Hermann-Kupferer vom Naturschutzreferat des Regierungspräsidiums Karlsruhe. Vor etwa 20 Jahren wurden sechs ausrangierte Kieswerk-Pontons als Brutinseln für bedrohte Vogelarten wie dem Flussregenpfeifer zum See gebracht.

Um den je sechs Tonnen schweren Stahlkonstruktionen den nötigen Auftrieb zu verschaffen, wurden die Schwimmkästen mit Styropor gefüllt. Doch die Konstruktion erwies sich nicht als dauerhafte Lösung. Vor neun Jahren sanken die Pontons bis in eine Tiefe von 11 Metern auf den Grund des Erlachsees. „Wenn die Tanks rosten, tritt das Styropor aus“, bringt er die Sorge der Umweltschützer auf den Punkt. Und ein mit weißen Styroporkügelchen übersäter See sei keine gute Visitenkarte für ein Naturschutzgebiet.

 
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